Solidarity from Luxemburg!

UNEL unterstützt Studentenproteste in Österreich

Seit Donnerstag, dem 22. Oktober, ist das Audimax der Wiener Universität von Studierenden besetzt. Diese wehren sich damit gegen die am gleichen Tag von Wissenschaftsminister Hahn vorgestellte Novellierung des Universitätsgesetzes und die damit einhergehende Verschulung und Ökonomisierung des Studiums. Die BesetzterInnen kritisieren festgesetzte, starre Lehrpläne, und versteckte Knock-Out-Prüfungen.

Die UNEL unterstützt die Forderungen der BesetzerInnen in Wien, Graz, Innsbruck, Genua und Turin – die sich dieser Aktion angeschlossen haben -, um gegen die Auswirkungen der sogenannten „Lissabon-Strategie“ zu demonstrieren. Universitäten und Wissenschaft dürfen nicht zu einem bloßen Instrument für die Wirtschaft werden. Vor allem künstlerische Studiengänge lassen sich nicht so einfach in ein Bachelor/Master-System pressen, wie das vorgesehen ist. Die UNEL bekräftigt nochmals: Bildung ist keine Ware!

Deshalb muss der Zugang zur Bildung für alle, unabhängig von ihrem sozialen oder ethnischen Hintergrund, offen stehen. Die Bildung sollte nicht an ökonomischen sondern nur an wissenschaftlichen und pädagogischen Kriterien ausgerichtet werden. Studierende und Lehrende sollten aktiv und demokratisch die Bildung ausgestalten.

Die Bildungsproblematik ist jedoch keine nationale Angelegenheit: Studienbeschränkungen in einzelnen Ländern führen dazu, dass Studierende gegeneinander ausgespielt werden. Doch nur eine konsequente Ausfinanzierung der Universitäten kann die Grundlage für eine offene und freie Wissensgesellschaft sein.

Deshalb fordert die UNEL: Keine Studiengebühren in Österreich, Luxemburg und dem Rest der Welt (so wie es auch die UN-Charta vorsieht1). Die Lissabon-Strategie muss so schnell wie möglich durch eine kohärente europäische Strategie zur Schaffung einer demokratischen, sozialen und offenen Hochschullandschaft ersetzt werden.

Ein Gedanke zu „Solidarity from Luxemburg!

  1. „Die Bildungsproblematik ist jedoch keine nationale Angelegenheit: Studienbeschränkungen
    in einzelnen Ländern führen dazu, dass Studierende gegeneinander ausgespielt werden.“ – guter Hinweis! Vor allem deutsche und österreichische Studis sollten jetzt aktuell daran denken! Die Politiker wissen recht gut, wie sie somit eine Solidarisierung verhindern können.

Kommentare sind geschlossen.