Solidarisierung des KJÖ Oberösterreich

Liebe Studierenden der JKU-Linz!
Liebe Besetzerinnen und Besetzer!

Die Proteste der österreichischen Studierenden dauern nun schon seit Tagen an. Was aber schon viel länger andauert, das ist die antisoziale Politik der beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP gegen die Universitäten und gegen euch als Studierende.

So zum Beispiel mit der Novelle des Universitätsgesetzes: Die Mitbestimmung der Studierenden geht damit wohl endgültig baden, sämtliche Entscheidungskompetenzen liegen mittlerweile in den Händen des Rektorats und des Universitätsrates. Dies ermöglicht den Wirtschaftstreibenden und der Industrie den direkten Zugriff auf die Universitäten, denn im Unirat da sitzen die Konzernbosse selber. Die Angehörigen der Universität sind zu StatistInnen degradiert worden, die Demokratie wurde zur Farce.

Die letzten Drohungen Hahns bereiten den meisten Studierenden wohl immer noch starke Kopfschmerzen, denn neben der Forderung nach Wiedereinführung der Studiengebühren – die ja niemals richtig abgeschafft wurden – wünschen sich der Gockel und Konsorten ein Studieren auf Kredit.Wer elf Jahre lang studiert wie Minister Hahn, hat bei einem Kredit zu 800 Euro pro Monat und einem Prozent Zinsen am Ende des Studiums 110.000 Euro Schulden angehäuft. Zu den Schulden für das Studium kämen bei vielen noch die Ausgaben für ein eigenes Auto und ein Eigenheim dazu. Das ganze Projekt ist ein direkter Weg in die Schuldenfalle.

Das einzig Sinnvolle, was wir von diesem Herrn Minister hören durften, war die wohl jüngste Meldung, nämlich jene, dass sich Hahn Richtung Brüssel verabschieden wird. Dort bekleidet er wenigstens ein Amt, das zu ihm passt! Jemand der in seiner Dissertation seitenweise abgeschrieben hat und trotzdem Wissenschaftsminister werden konnte, dürfte sich in der korruptionsanfälligen EU-Bürokratie schnell zurecht finden.
Man wollte den Minister wohl lieber heut als morgen aus dem Schussfeld nehmen, um eure Proteste hier an den Universitäten abzuschwächen. Dass nun bald jemand anderes auf dem Misthaufen der Politik krähen wird, wird an den miserablen Studienbedingungen aber rein gar nichts ändern. So billig wird sich die Regierung nicht aus der Verantwortung ziehen können. Die Besetzungen hier an der Johannes-Kepler-Universität in Linz und überall anderswo in Österreich werden weitergehen bis die zentralen Forderungen umgesetzt oder die Hörsäle polizeilich geräumt werden.

Da werden die demokratischen Rechte der Studierenden seit Jahren mit Füßen getreten, die Universitäten finanziell ausgehungert und jungen Menschen wird mit den perversesten Methoden der Zugang zu Bildung verweigert – und im Internet da bläst man schon Sturm gegen eure Besetzung, man wolle ja studieren und nicht demonstrieren, so heißt es da.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, glaubt ihr nicht auch, dass da jemand die Tatsachen ein wenig gar verdreht hat? -Wir werden ihnen auf die Sprünge helfen: Eure Kampfmaßnahmen sind keineswegs aus Jux und Tollerei – ihr wollt studieren, eben genau das ist ja eure Forderung! Würdet ihr die Hörsäle aufgeben, so würdet ihr die Universitäten, eure Bildung und nicht zuletzt eure Zukunft aufgeben.

Vernetzt euch mit den Streikenden aller Universitäten, nur gemeinsam können wir etwas erreichen! Klärt Schülerinnen und Schüler über eure Forderungen auf, denn sie sind die nächsten, denen der Zugang zur universitären Bildung durch Prüfungen und Knockout-Tests verunmöglicht wird. Aber auch Lehrlinge und JungarbeiterInnen spüren die drastischen Einsparungen in der Ausbildung.
Lassen wir uns nicht auseinander dividieren – egal ob am Arbeitsplatz, in der Schule oder eben an der Universität, wir haben die selben Bedürfnisse und Wünsche – Bildung geht uns alle an!

Die Kommunistische Jugend Oberösterreichs – KJÖ zeigt sich voll und ganz mit eurem Kampf solidarisch! Lasst euch nicht durch faule Kompromisse über den Tisch ziehen, ihr habt die Möglichkeit die Karten ganz neu zu mischen!

In diesem Sinne kämpferische Grüße,
Raffael Schöberl
f.d. KJÖ Oberösterreich