Solidaritätserklärung der Gruppe Aktiver Fachschaften, Uni München

An alle Beteiligten der Studierendenproteste an der Universität Wien im Oktober 2009, wir, die Gruppe Aktiver Fachschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München möchten euch zuallererst für euren Mut und euere Entschlossenheit danken. Ihr könnt euch sicher sein, dass euer Protest auch bei uns für Aufmerksamkeit gesorgt hat und bei uns lebhaft diskutiert wird.

An den Hochschulen – bei euch wie bei uns – laufen derzeit zu viele Dinge verkehrt, als dass man darüber hinwegsehen dürfte. Es wäre zwar etwas zu kurz gegriffen, wenn man annähme, dass es in früheren Zeiten an den Hochschulen gerechter, demokratischer und menschlicher zugegangen wäre, als heute, aber die Krankheit unserer Zeit, die Unsitte des Wegsehens, der Umstand, dass kaum noch Studierende den Drang verspüren, ihre Ideen einzubringen, ihre Hochschule zu verbessern, hat unsere Universitäten immer mehr zum Ochsen der Politiker gemacht, den sie vor unausgegorene
Reformen spannen können und das ist nicht nur schade, sondern auch gefährlich.

Eure Forderungen drehen sich um genau die Probleme, die ebenso unsere Studierenden beschäftigen. Deshalb könnt ihr mit Fug und Recht behaupten, dass ihr auch für uns sprecht, wenn ihr euch für einen freien Zugang zu Bildung, demokratischere Hochschulen und Universitäten, die den Namen „Universitas“ verdienen, stark macht.

Es ist ein hoffnungsvolles Zeichen, wenn Studierende über die Grenzen ihrer Stadt und ihres Landes hinaus sich Gehör zu verschaffen wissen. Daher wünschen wir euch für eure Protestaktion alles Gute und jeden erdenklichen Erfolg.

München, den 27. Oktober 2009,
GAF