Solidaritätserklärung des VSS mit den österreichischen Studierenden

Es wird Tag, wenn auch der Hahn nicht kräht.

In Österreich besetzen Studierende seit Tagen die Hörsäle, um gegen die letzten Entwicklungen im Universitätswesen zu protestieren. Ein Ende der Proteste ist nach gescheiterten Gesprächen mit Minister Hahn nicht absehbar.

Die Studierenden wehren sich gegen die destruktive Studiengebührenpolitik, die unter anderem vorsieht, dass die neu eingeführten Studiengebühren von Studierenden aus sozial schwachen Verhältnissen mit Betätigung fürs Gemeinwesen unterhalb des üblichen Marktlohns abgearbeitet werden können – das wohlgemerkt zusätzlich zur Erwerbsarbeit für die Lebenshaltungskosten und dem Studium.

In Österreich müssen zwei Drittel der Studierenden ihren Unterhalt (teil-) finanzieren. Kein Hahn kräht danach, ob diese Bürde den Studierenden den Hals umdreht!

Bereits bei den letzten Protesten gegen Studiengebühren unterstützte der VSS die ÖH. Das Recht auf Bildung ist im Uno Pakt I verankert und darf nicht aus finanzpolitischem Spardrang bestritten werden. Nicht nur die zunehmende Ökonomisierung der Bildung, sondern auch das Untergraben der demokratischen Partizipationsrechte treiben die Hochschulbildung in Gefilde, die kontraproduktiv sind – selbst für die Ziele der neoliberalen Regierungspolitik. Doch wonach kräht der Hahn?

Mechanismen wie Studiengebühren führen nachweislich dazu, dass sich die Studierendenkohorte dahingehend entwickelt, dass potentielle AkademikerInnen, die nicht über die nötigen finanziellen Ressourcen verfügen, nicht an Hochschulen gelangen können. Das ist nicht nur ungerecht, sondern führt auch nicht zur erstrebten Wissensgesellschaft. Kann man dieser auch den Hahn zudrehen?

Deshalb, aber nicht einzig deshalb, unterstützt der VSS vehement die Besetzungen und die Proteste als Zeichen für Unmut und gegen Designation im Kampf für den uneingeschränkten Zugang zu Bildung gemäss Neigung und Fähigkeiten. Bildung als öffentliches Gut ist die Grundlage einer jeden demokratischen Gesellschaft!

Gleiches gilt auch für die Einführung von einem Numerus Clausus: Die Beschränkung der Studierendenzahlen auf Grund finanzieller Interessen und Fehler in der Planung geht ebenfalls auf Kosten der angestrebten Wissensgesellschaft. Der Rettungsanker Numerus Clausus ist einzig der beliebte letzte Versuch von BildungspolitikerInnen, ihr Scheitern vorübergehend vor den WählerInnen zu vertuschen. Auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn.

Der VSS stärkt den Studienrenden Österreichs moralisch den Rücken, im gewagten Aufbäumen gegen alarmierende und nicht mehr tragbare Zustände an den Hochschulen. Die Proteste gegen die Studiengebühren, die Einschränkung der Partizipationsrechte und Zugangsbeschränkungen sind erste Anzeichen der Mobilisierungskraft von Studierenden gegen Ungerechtigkeit und für Bildung als
öffentliches Gut!