Offener Brief einer Studentin

Offener Brief von Stefanie, einer Studentin:

Einleitend möchte ich mich vorstellen. Ich bin weiblich, zuckerkrank, habe eine Gehbehinderung, komme aus einer Arbeiterfamilie und meine Eltern ermöglichen mir seit 7 Semester zu studieren, bezahlen es mit ihrem Herzblut… anders, ich bin eine von EUCH!

Mein Institut ist relativ klein mit 300- 400 Studierenden und liegt im dritten bzw. vierten Stock Altbau. Zwei Aufzüge sind vorhanden, davon ist einer mit dem Rollstuhl zugänglich und KEINER öffentlich!!! 2,5 Jahre musste ich kämpfen um Zugang zum Lift zu erhalten und auch das ist nur mit meinem Handy möglich. Probleme mit dem Sekretariat gab es ständig, gelegentlich besaß ich die Frechheit in Freistunden weg zu gehen und mir etwas zu Essen zu kaufen, wodurch ich 2* am Tag den Lift benutzen musste…

Der Behindertenbeauftragte versprach mir einen Liftschlüssel…. Das war vor 3 Jahren…
Auch fällt es mir natürlich auch schwer, mit einem kaputten Knie neben der UNI arbeiten zu gehen, Förderungen bekomme ich natürlich nicht mit meinen „lächerlichen“ 30 % Behinderung…
Sei es wies sei, meine Eltern kämpfen täglich für mein Studium, so wie ich es jetzt für mich und jeden Einzelnen von Euch tue.

Ich und meine Krücken waren mitten unter euch bei der Demo!

Dank den „AudimaxistInnen“ ist klar, wer etwas bewegen will, muss selbst ein starkes Glied der Antriebskette werden. Ich hoffe ihr seit alle bei mir, so wie ich bei euch bin!

Gemeinsam können wir alles schaffen!!!! Wessen Uni?

3 Gedanken zu „Offener Brief einer Studentin

  1. Wir kämpfen weiter! auch für einen barrierefreien unizugang!
    danke für deinen brief stefanie! Viele leute wissen garnicht wie katastrophal es an den unis zugeht
    bleib dran!

    lg flo

  2. danke für deinen offenen Brief, der so klar darstellt wie schlimm die Barrieren sind. In einem Seminar letzte Woche hieß es auch, dass ein Student nicht kommen könne, da das Bein verletzt ist und er nicht zu der Lehrveranstaltung hinkommt. (öffis, stiegen….)
    Hier gilt es einiges zu Verbessern, was Barrierefreiheit betrifft und vorallem die Information und Kommunikation für alle, den jeder kann davon betroffen sein
    alles gute!
    lg
    c

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