Dekane der Theologischen Fakultäten & Fakultätsvertretung Katholische Theologie solidarisieren sich

Theologieprofessoren solidarisieren sich mit Studierenden

© Bilderbox.comIn einer gemeinsamen Erklärung betonen die Dekane der Katholisch- und Evangelisch-Theologischen Fakultät in Wien, Martin Jäggle und James-Alfred Loader, ihr Verständnis für die Proteste der Studierenden an den österreichischen Universitäten.
„Das Engagement der Studierenden für mehr Bildungsgerechtigkeit und eine grundlegende Verbesserung der Situation an den Universitäten, besonders auch der Studiensituation, verdient Anerkennung und Unterstützung“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Dekane beider Fakultäten, Martin Jäggle (katholisch) und James-Alfred Loader (evangelisch) am Dienstag, 3. November 2009.

Pflicht ist ein angemessener Dialog

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Es gehört zu den Pfilchten der Politik, einen angemessenen Dialog in Gang zu setzen, so Dekan Jäggle.

Es sei „mehr als verständlich“, wenn Studierende angesichts der aktuellen Studiensituation protestieren. Damit machten sie „reale Probleme öffentlich sichtbar“ und „fördern und fordern die politische Auseinandersetzung“, so die Dekane. Es gehöre zu den Pflichten der Politik, nun „einen angemessenen Dialog in Gang zu setzen“, heißt es abschließend in der Erklärung der beiden Dekane. Damit solidarisieren sich die Theologieprofessoren der Katholisch-Theologischen sowie der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien mit den Studierenden, die derzeit für mehr Bildungsgerechtigkeit und eine Verbesserung ihrer Studiensituation demonstrieren.

„Mit voller Kraft für ein neues Uni-Klima!“

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Es geht um ein neues Klima und eine neue Vision an den Universitäten, so Mayr.

Zu den Studentenprotesten gibt es auch von der Fakultätsvertretung der katholischen Theologie-Studierenden an der Universität Wien Unterstützung. „Als Theologinnen und Theologen stehen wir für Gleichberechtigung, Demokratie und die Rechte jener ein, über deren Köpfe hinweg gehandelt und entschieden wird“, heißt es in der Erklärung. Die katholischen Studierenden wollen sich demnach „mit voller Kraft für ein neues Klima und eine neue Vision“ an den Universitäten einsetzen. Zugleich wehren sie sich gegen jede Form der „Ökonomisierung“ im Bildungssystem. Die aktuellen Proteste mögen dazu dienen, „für soziale, politische und finanzielle Probleme im Bildungsbereich“ zu sensibilisieren, heißt es weiter. Eine Bildungsreform müsse aus einem neuen „ganzheitlichen Blick“ auf das Bildungssystem hervorgehen und dabei „wieder den konkreten Menschen, seine freien Entscheidungen, seine Meinungen und seine Anliegen und Wünsche in den Mittelpunkt stellen“.

Neue Reflexion über Bildungspolitik

Florian Mayr von der Fachschaftsvertretung Katholische Theologie erklärt im Gespräch mit „Kathpress„, dass zahlreiche Theologiestudierende bei der Protestbewegung aktiv seien. „Katholische und evangelische Studierende haben im Rahmen der großen Bildungsdemonstration am vergangenen Mittwoch in Wien ein gemeinsames Diskussionsforum veranstaltet“, so Mayr. Das Spektrum der Meinungen unter den Studierenden sei vielfach, so Mayer, und reiche von unterstützenden Stimmen bis hin zur rigorosen Ablehnung der Proteste beziehungsweise der Form des Protests. Um diesem breiten Spektrum gerecht zu werden, erkläre sich die Fakultätsvertretung daher nicht pauschal mit den Protestierenden solidarisch, sondern verstehe sich als Befürworterin einer gesamtgesellschaftlichen neuen Reflexion über Bildungspolitik und den gesellschaftlichen Stellenwert von Bildung.

Quelle: http://stephanscom.at/news/0/articles/2009/11/03/a17578/