Solidaritätsbekundung der KJÖ Wien

Solidaritätsbekundung

Überraschende Qualität des Protests

Seit der Einführung der Studiengebühren 2004 und der Implementierung des UG’02 hat die österreichische Öffentlichkeit nicht mehr eine derartige Qualität studentischen Protests gegen die herrschende Bildungspolitik gesehen.

Studentische Proteste kämen nun mal in regelmäßigen Abständen wie die Gezeiten und zielen mehr auf eine Party als auf Beseitigung von Missständen ab, lauten gern schulterzuckende Resümees in den spießigsten Teilen der Medien wie KollegInnenschaft. Eine ideologisierte und durchwegs falsche, sich als Analyse tarnende Tatsachenverkennung.

Was gibt’s Neues?

Was macht diese Protestbewegung vor allem in Wien so besonders? Sie ist nicht wie sonst von der abgehobenen Bonzen der ÖH-Uni-Wien, traurigerweise die institutionalisierte Bestätigung der spießigen Protest-Kritik, von oben hinab-orchestriert! Die derzeitigen Besetzungen sind Ausdruck der sich direkt an der studentischen Basis allsemesterlich zusammenbrauenden Wut gegen die sich Studienbedungen schimpfende Zumutung.

Wie kräht der Hahn?

LV-Mangel, überfüllte Hörsaale, kafkaeske Anmeldesysteme, versteckte Studiengebühren und mehr oder weniger versteckte Zugangsbeschränkungen, garniert mit einem müden Lächeln des Rektorats und einer großen Portion Zynismus aus dem Bildungsministerium – das sind die Bauteile der Bombe, die nun endgültig zum Explodieren gebracht wurde. Dass der Industriellenvereinigung als Kampforganisation der herrschenden Klasse Österreichs alles, was solidarisiert und umverteilt – wie es der freie Hochschulzugang nun mal mit dem Wissen macht – ein Dorn im Auge ist, ist nicht neu. Dass der Wissenschaftsminister deren Presseaussendung praktisch wortgetreu zu seinem inhaltlichen Programm erklärt – das ist neu.

Dass der Kapitalismus immer mehr Lebensbereiche seiner Verwertungslogik unterwirft wird immer mehr Menschen klar. Heute sind es die Studierenden die dagegen aufstehen. Mögen ihr Kampf erfolgreich sein, beispielhaft für etwa die Metaller, zur Zeit in ähnlicher Misere befindlich: Wer kämpft kann gewinnen, wer nicht kämpft hat schon verloren!

Die KJÖ-Wien erklärt sich voll uns ganz solidarisch mit den BesetzerInnen und unterstützt aktiv deren Kampf um ihr Menschenrecht auf freie Bildung!