Solidaritätserklärung der Innsbrucker Forschungsplattform Geschlechterforschung

Die Interfakultäre Forschungsplattform „Geschlechterforschung“ repräsentiert etwa 50 Forscher_innen im Bereich der Frauenforschung, der feministischen Forschung und der Geschlechterforschung aus 8 Fakultäten der Universität Innsbruck.Die Forscher_innen sind institutionell höchst unterschiedlich eingebunden (pragmatisierte Professor_inn_en bis zu Wissenschaftler_innen in prekären Beschäftigungsverhältnissen). Unter Wahrung eines pluralistischen Wissenschaftsverständnisses sowie unterschiedlicher gesellschaftspolitischer Positionen tritt die Forschungsplattform für die Gleichstellung der Geschlechter und Antidiskriminierung in jeglicher Hinsicht sowie für die Realisierung einer demokratischen Kultur und einer geschlechtergerechten Gesellschaft ein.

Die überwiegende Mehrheit der Mitglieder der Forschungsplattform erklärt sich solidarisch mit den aktuell in Österreich stattfindenden Protesten der Studierenden, weil sie die Ansicht teilen:

•dass die Universitäten in Österreich notorisch unterfinanziert sind;

•dass die Universitäten ein Demokratiedefizit haben, das zu intransparenten Entscheidungsstrukturen und -prozesse (z.B. in der Budgeterstellung und -verwendung) führt

•dass Leistungskriterien und die damit verbundenen beruflichen Perspektiven oft unklar und intransparent sind

•dass die „Autonomie“ der Universitäten durch das UG 2002 eine Entsolidarisierung der Universitäten, Fakultäten und Institute bewirkt hat und permanent Konkurrenz herstellt

•dass das Überhandnehmen von prekären Beschäftigungsverhältnissen sich überaus nachteilig für den wissenschaftlichen Nachwuchs auswirkt;

•dass es daher an der Zeit ist, sich über Hierarchien hinweg gemeinsam für eine Veränderung gegenüber den politischen Entscheidungsträger_innen einzusetzen

•dass eine grundlegende Bildungsdebatte in und über die Universitäten hinaus unbedingt erforderlich ist.