Universitätsgewerkschaft BV 13 „wissenschaftliches und künstlerisches Personal“ der GÖD unterstützt die Forderungen der österreichischen Studierenden in weitem Umfang

Die vorherrschenden Mängel im Universitätssystem wurden von der Universitätsgewerkschaft seit langem aufgezeigt und sind den politisch Verantwortlichen ebenso lange bekannt. Das Aufbegehren der Studierenden gegen die permanente Verschlechterung der Bedingungen – für Außenstehende nur wenig ersichtlich, weil schleichend – und die Forderung nach einem leistungsfähigen Universitätswesen und fairen Studienbedingungen, war nur mehr eine Frage der Zeit. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen: die Finanznot wird gerade jetzt überall evident, wo viele Hörsäle, Labors und Seminarräume total überfüllt sind, es zu wenige Universitätslehrer und zuwenig Tutoren gibt und der Bolognaprozess für alle sichtbar aus den Universitäten Schulen machte, die vom System her nur mehr Berufsausbildung, aber keine Bildung mehr liefern. Die Ausrichtung nach den Wünschen von Wirtschaft und Industrie ist unvereinbar mit einer wissensgeleiteten Gesellschaft. Der „Markt“ braucht und will keine Studierenden, die eine universitäre oder universelle Bildung anstreben.
Wir unterstützen die Studierenden in Ihren Forderungen:
• Demokratisierung der Universitäten – nur wer Entscheidungen mitgestaltet, trägt sie auch mit. Nur wer Demokratie lernt, wird sie auch leben!
• Genügend viele und attraktive Arbeitsplätze für Lehre und Forschung, die auch eine Lebensplanung erlauben – keine ausbeuterischen und befristeten Teilzeitjobs.
• Anerkennung der wissenschaftlichen Leistungen zur Sicherstellung hochwertiger Jobs – gerade die Wirtschaftskrise zeigte, dass nur Hochqualifizierte gute Jobaussichten haben
• Leistungsfördernde Studienbedingungen – zeitgemäß ausgestattete und vor allem ausreichend viele Hörsäle, Seminarräume und Labors, die auch den österreichischen Sicherheitsregeln entsprechen
• Sicherstellung der Studierbarkeit in Mindeststudienzeiten durch ausreichendes, entsprechend qualifiziertes Lehrpersonal – ausreichend viele Tutoren und Universitätslehrer um in Kleingruppen korrekt betreut zu werden – keine „Massenübungen“ und „Massenlabors“, diese sind sinnlos!
• Nach jahrelangen Niveausenkungen ist nun der Boden des Möglichen erreicht und auch die BV 13 der GÖD ruft die politischen Entscheidungsträger zur verantwortungsvollen Lösung der bestehenden Problem auf.
• Bildung ist die Zukunft!
• Sicherstellung des Forschungsstandortes Österreich.
Die Studierenden haben Recht!
Eine einmalige Zusatzfinanzierung ersetzt nicht die langjährigen Versäumnisse bei der Finanzierung der Universitäten. Das UG02 wurde im Zuge eines Sparpaketes eingeführt und in der Folge änderte sich nichts. Budgeterhöhungen sind in gestiegenen Mietkosten, gestiegenen Arbeitgeberabgaben etc. aufgegangen. Die vielgerühmten zusätzlichen Mittel der jetzigen Regierung entsprechen exakt der Inflationsabgeltung, die sieben Jahre lang nicht erfolgte!
Es gab nicht einmal eine ausreichende Zusatzfinanzierung (gerade 30% der Gesamtkosten) für die ausgewiesenen Mehrkosten zur Implementierung des Kollektivvertrages, der per UG02 gesetzlich zu entwickeln war.
Darunter leiden die Universitäten! Mit dem UG 2002 hat sich die Politik aus ihrer Verantwortung für die Universitäten verabschiedet und die Verantwortung den Rektoren und damit allen Lehrenden und Forschenden umgehängt! Die Rektoren sind jetzt „autonome“ Mängelverwalter. Die Lehrenden und Forschenden und vor allem die von den Mängeln am stärksten Betroffenen, die Studierenden, müssen diese unzulängliche Politik nun ausbaden. Wo sind klare Konzepte?
Wo sind planbare Karrieren?
Wo sind Mitwirkungsrechte statt Autokratie?
Nur dann wird auch die Betreuung der Studierenden die bestmögliche sein.
Universitäten sollen ein Hort der Bildung sein, keine Schule, die nur für marktorientierte Ausbildung zuständig ist.
Unsere Absolventen müssen neben ihrer Fachbildung auch soziale Kompetenz und Kritikfähigkeit aus ihrer Universitätszeit mitnehmen können, um in einer wissensbasierten Gesellschaft gute Dienste leisten zu können.
Vors. der BV13 der GÖD
R. Kdolsky, G.M. Steiner, H.Sassik