Unterstützungsreklärung der Grünen Frauen Wien

Die Grünen Frauen Wien solidarisieren sich mit den Studierenden

Die Grünen Frauen Wien unterstützen die Proteste der Studierenden und bringen ihre Solidarität mit ihnen zum Ausdruck. Der freie Zugang zu jeglichen Bildungseinrichtungen, selbstverständlich inklusive Universitäten, muss unbedingt gewährleistet sein. Das ist von besonderer Bedeutung für Frauen, die traditioneller Weise immer zuerst zurückstecken müssen, wenn es Zugangsbeschränkungen im Bildungswesen gibt. So hat sich auch die Einführung der Studiengebühren negativ auf bildungswillige Frauen ausgewirkt.

Absolut unterstützenswert ist die Forderung der Studierenden nach einer „50-prozentigen Frauenquote in allen Arbeitsbereichen des Bildungswesens auf allen Ebenen“ sowie alle anderen Forderungen zur Antidiskriminierung. Wie dringend notwendig eine Frauenquote ist, zeigt die Tatsache, dass es keine einzige Rektorin in Österreich gibt.

Allerdings haben wir mit Befremden Berichte über sexistische Aussagen und Übergriffe im besetzten Audimax zur Kenntnis nehmen müssen. Wir unterstützen die Forderung nach einer antisexistischen, emanzipatorischen Form des Protests sowie die Initiativen für feministische Räume vor Ort.

Unhaltbare Zuständen an unseren Universitäten wie Platzmangel, Massenvorlesungen, ungeeignete Räume, lange Wartezeiten auf Praktika, Seminare und Proseminare, die die Studienzeit ebenso unverschuldet verlängern wie die schwierige Vereinbarkeit des Studiums mit der oft unerlässlichen Berufstätigkeit, sind eine Zumutung für junge Menschen, die sich für ihre Zukunft und die Zukunft der Gesellschaft nicht nur Wissen aneignen wollen, sondern sich auch allgemein bilden und persönlich weiterentwickeln wollen. Das gilt in besonderem Maße für Frauen. Sie machen bereits die Mehrzahl der Studierenden aus, obwohl sie oft mit größeren Zugangsbarrieren zu kämpfen haben. Die Bundesregierung muss daher ausreichende Ressourcen zur Beseitigung all dieser Mängel zur Verfügung zu stellen.

Die Grünen Frauen unterstützen ebenso die Forderungen der Studierenden nach Demokratisierung der Universitäten, nach selbstbestimmtem Studieren und geschichtlicher Aufarbeitung in Bezug auf die Rolle der Universitäten bei Nationalsozialismus, Kolonialismus und Faschismus. Aus feministischer Sicht begrüßen wir die Ablehnung einer Ökonomisierung und wirtschaftlichen Verwertbarkeit von Bildung und freuen uns über die neue Protestkultur der jungen Menschen, die sich um Basisdemokratie ohne Hierarchie bemühen. Wir gratulieren zur beispielgebenden Selbstorganisation, zum Zusammenhalt, zum weitgehenden gegenseitigen Respekt und zum Durchhaltevermögen. Weiter so! Mit unserer Unterstützung könnt Ihr auch weiterhin rechnen.

Die Grünen Frauen Wien