Solidarisierung der Studienvertretung Doktorat der Universität für Angewandte Kunst

Liebe Kolleginnen und Kollegen in allen besetzt-belebten Auditorien,
an allen Unis und Hochschulen!

Die neuen SprecherInnen der Studienvertretung Doktorat der Universität für Angewandte Kunst – Wien versichern Euch allen ihrer Solidarität und ihrer Mitarbeit beim wortreichen und lebendigen Denken einer neuen Universität. Bei all den notwendigen Forderungen geht es in erster Linie um Freiheit: um die Freiheit des Denkens und des Träumens, die des Wissens und der Wahl, um die des Zugangs und des Tiefgangs und die des Lernens und des Lehrens. Und gleichzeitig geht es um noch viel mehr! Denn wer emanzipierte Bildung denkt, denkt ein anderes Leben, eine andere Welt. Dank Eurer Beharrlichkeit, Bemühungen und täglich/nächtlichen Arbeit ist eine Öffentlichkeit, eine Bewegung geschaffen worden, die mitsamt ihren Forderungen nur noch schwer zu ignorieren ist.

An dieser Stelle möchten wir uns auch bei allen anderen Studienvertretungen und HochschülerInnenschaften bedanken, welche die Bewegung mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten und Mitteln unterstützen und sich dabei nicht wichtig machen – das ist Basisdemokratie, wie sie ihrem Namen gerecht wird und in diesem Ausmaß ersten selten existiert hat. Es soll noch lange so weiter gehen! Denn wir müssen in Politik und Wirtschaft den Verantwortlichen für diese Misere solange auf ihre Nerven gehen, bis diese blank liegen. Und das geht nur, wenn MinisterInnen, SektionschefInnen, WirtschaftstreiberInnen, HumankapitalistInnen, Industriellenvereinigte und manch miefende Talare mit allen x-tausenden SchülerInnen, Studierenden und Lehrenden gleichzeitig zu tun haben, denn dafür reichen ihre geistigen Ressourcen, die im Wesentlichen von ihren Nerven abhängig sind, nicht aus.

Und – wir wollen Haltungen, wie der von Konrad P. Liessmann nicht vertrauen! Liessmann feierte 2000 mit dem Ende der EU-Sanktionen gegen Schwarz/Blau die Niederlage der „Intellektuellen“ und des „antifaschistischen Karnevals“ (siehe Eva Kreisky (Hg.), Von der Macht der Köpfe, 2000, S.14) – nochmals: er feierte. Liessmanns Audimax-Ö1 Auftritt am 3.November 2009 bestätigt zumindest Beobachtungen, dass er sich gerne dort zu Wort meldet, wo die gerade Erfolgreichen agieren. Es ist jedoch höchstwahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis sich Liessmann nach einem neuerlichen Ende des „antifaschistischen Karnevals“ sehnen wird, um endlich wieder wirklich feiern zu können.

Und wenn dieser Philosoph was gegen Intellektuelle hat, dann hat er was gegen uns alle (und natürlich auch gegen sich selbst), denn spätestens seit dem 21.10.2009 – dem Generalstreik an der Akademie der bildenden Künste und dem Beginn unserer Bewegung – sind wir alle Intellektuelle per Definition: Kulturmenschen (dazu gehören naturgemäß auch die Studierenden) in der Situation von Politikmenschen.

Für eine offene, von Zwängen und Nöten befreite Bildung und Forschung!
Für eine emanzipierte und emanzipierende Universität!
Studium für Alle!

Studienvertretung Doktorat der Universität für Angewandte Kunst – Wien

Alexander Schürmann-Emanuely (Sprecher)
Andrea Maria Dusl (stv. Sprecherin)
doktorat@hufak.net