Care for Vienna, Unterstützungs-Konvoi zieht Richtung Österreich

Kiel, 8. November 2009

CARE FOR VIENNA

Der Allgemeine Studierendenausschuss der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel organisiert einen Unterstützungs-Konvoi in Richtung der protestierenden Studierenden in Österreich.

Dieser startet am 09. November um 06:00 Uhr morgens, in Gedenken an den Beginn der Außerparlamentarischen Opposition. 1967 noch unter dem Motto „Unter den Talaren – Muff von 1000 Jahren“, dreht es sich 42 Jahre später nicht um einen Konflikt zwischen Studierenden und Lehrenden. Studierende in Österreich und Deutschland fordern, dass die Versprechen nach einer gerechten Bildungspolitik endlich eingelöst werden.

Auf seinem Weg von der nördlichsten, deutschen Volluniversität zum Wiener Audimax wird der Konvoi an mehreren deutschen Hochschulen halt machen und dort Solidarisierungserklärungen, Grußworte und vor allem Carepakete einladen.
Die Carepakete werden alles enthalten, was das BesetzerInnen-Herz begehrt: Kaffee, Schokolade, Toilettenpapier, Gemüse, Zeitschriften und vieles mehr.

Zurzeit sind die Studierendenvertretungen der Uni Flensburg, FH Flensburg, Uni Lübeck, Uni Hamburg, Uni Hannover, Uni Göttingen, Uni Kassel, Uni Marburg, Uni Frankfurt, Uni Heidelberg, Hochschule Darmstadt, Uni Würzburg, FH Nürnberg und LMU München an Bord, weitere haben Interesse bekundet und werden im Laufe des Wochenendes folgen.
Zusätzlich wird die Aktion vom AStA FH Aachen, UStA Uni Karlsruhe, U-AStA Uni Freiburg, U-AStA Uni Konstanz und die FaVeVe der Uni Stuttgart unterstützt.
In Österreich werden die Universitäten in Salzburg und schließlich Wien angesteuert, um dort die Pakete und Botschaften aus Deutschland zu überreichen.

Der Roadtrip durch die von Kanzlerin Merkel ausgerufene Bildungsrepublik Deutschland, soll auf die desolaten Zustände an deutschen Hochschulen und den Protest der österreichischen KommilitonInnen aufmerksam machen.
Der Kurs der deutschen und österreichischen Bildungspolitik, ist ein Blindflug, der sich allein dem Primat der Ökonomie unterwirft. Wird dieser einhalten, leiden nicht nur die Studierenden, sondern auch die Lehrenden an den Universitäten: Freie Forschung und Lehre sind nicht möglich, wenn man von autoritären Vorständen gegängelt wird und ewig auf der Jagd nach Drittmitteln ist. Aber ohne eine hochqualitative Lehre an ALLEN Hochschulen, sowie Orchideenfächern gibt es keine qualifizierten Nachwuchsforscher.
Unter dieser Fehlentwicklung leidet langfristig jedeR in der Gesellschaft – die Hochschulen sind ein notwendiges Korrektiv der Gesellschaft, sowie ein Antrieb für Fortschritt und Lebensstandard.

Dabei müssen Studierende, wie auch Lehrende, an einem Strang ziehen. Deshalb plant die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel dem AStA auch Fahrzeuge für die Fahrt zur Verfügung zu stellen.

Der AStA der Uni Kiel wird während der Fahrt auf seiner Internetseite (http://asta-kiel.derneye.de) über den Verlauf der Fahrt berichten und diese sowohl mit Foto-, wie Videokameras festhalten.

14 Gedanken zu „Care for Vienna, Unterstützungs-Konvoi zieht Richtung Österreich

  1. Liebe Leute,

    wir dürfen HEUTE nicht den Fehler begehn unser Begehren auf Österreich zu beschränken:

    ES KANN KEINE LÖSUNG IN ÖSTERREICH für ein EU-weites Problem geben.

    DAHER BITTE EIN VETO FÜR DAS ÖSTERREICH-WEITE VOLKSBEGEHREN:

    WIR SIND INTERNATIONAL, UNSER PROBLEM IST EU-WEIT – BEVOR WIR IM FEBRUAR EIN NATIONALES VOLKSBEGEHREN OHNE SINN STARTEN BITTE EINFACH ANKÜNDIGEN DASS WIR DAS 1.EU-WEITE VOLKSBEGEHREN STARTEN WERDEN!!!

    UND DIESBEZÜGLICH AUCH DEN 1.EU-WEITEN STREIK TAG – 17.NOVEMBER -ist allerdings bisher erst Deutschland-weit

    thnx vom tom für euer veto heute .. gegen eine nationale-sinnlosigeit 🙁

  2. Da muss ich dir voll und ganz zustimmen. Nur durch eine europaweite Solidarisierung der StudentInnen kann eine Lösung für die anstehenden Probleme gefunden werden.

    Ohne Koordination zwischen den EU-Mitgliedstaaten kann die Bewältigung der Studentenzahlen nicht funktionieren. Eine europäische Regelung für den Hochschulzugang würde außerdem eine bessere Organisation und Schwerpunktsetzung ermöglichen und die europäische Integration fördern.

    Außerdem haben die StudentInnen nur europaweit genügend Verhandlungsmacht, um wirklich etwas zu bewegen.

  3. Hab ich was falsch verstanden oder wird hier mit dem Standort Deutschland udn Österreich argumentiert. Also auch mit dem Primat der Wirtschaft?

  4. Die Route wurde berechnet:

    ETAPPE 1 (9. Novermber 2009)

    6:45 Kiel (Abfahrt)

    8:00 Hamburg (Ankunft) – 8:45 Hamburg (Abfahrt)

    10:45 Hannover (Ankunft) – 11:30 Hannover (Abfahrt)

    13:00 Göttingen (Ankunft) – 13:45 Göttingen (Abfahrt)

    14:30 Kassel (Ankunft) – 15:30 Kassel (Abfahrt)

    17:00 Marburg (Ankunft) – 17:45 Marburg (Abfahrt)

    19:00 Frankfurt (Ankunft) – 19:45 Frankfurt (Anfahrt)

    20:30 Darmstadt (Ankunft) – 21:15 Darmstadt (Abfahrt)

    22:15 Heidelberg (Ankunft) 23:00 Heidelberg (Abfahrt)

    01:00 Würzburg (Ankunft) – 01:30 Würzburg (Abfahrt)

    03:00 Nürnberg (Ankunft) – Übernachtung in Nürnberg

    ETAPPE 2 (10. November 2009)

    11:00 Nürnberg (Abfahrt)

    13:00 München (Ankunft) – 13:45 München (Abfahrt)

    15:45 Salzburg (Ankunft)- -16:45 Salzburg (Abfahrt)

    20:00 Wien (Ankunft) – Solidaritäts Aktion und Überreichung der Pakete (zur Prime Time)

    ETAPPE 3

    23:00 Wien (Abfahrt)

    10:00 Kiel (Ankunft) (11. November 2009)

  5. Liebe Kolleginnen und Kollegen!

    Das Thema Bildungspolitik muss weiter in aller Mund bleiben.
    Das geht nur, wenn rasch eine Aktion wie Antrag zum Volksbegehren in Österreich eingereicht wird.

    a) Ohne Volksbegehren ist die tolle Aktion bis Feb vergessen.
    b) Mit Volksbegehren ist die Diskussion weiter am laufen.

    Was wollen wir?

    Europäischens Volksbegehren finde ich total super, aber ich fuerchte, dass ein europaweiter Konsens dazu so lange dauern wird, dass letztendlich nichts geschieht.
    Österreich sollte da lieber mit einem Beispiel vorangehen.
    (Ausserdem: Wer sagt, dass man ein Volksbegehren nicht wiederholen kann.

  6. @TU Student: Nein, da wird sicher nicht mit der Primat der Wirtschaft argumentiert, sondern mit der Realität. Freie Lehre und Forschung ermöglichen Grundlagenforschung, die unseren Lebensstandard auch in Zukunft garantieren. Das ist völlig unabhängig von einen etwaigen Shareholder Value oder sonstigem Gedöns.
    Oder anders ausgedrückt: Die Technologie, die uns erlaubt hier zu kommunzieren, basiert auf verrückten Ideen in damaligen Orchideenfächern. Schreibt man Lehrenden und Studierenden vor was sie zu lehren und zu erforschen haben, verpasst man große Chancen. So allein ist das gemeint.

    PS: Ich finde es auch nicht schlimm dann und wann an den Eigennutz der Menschen zu appellieren. Und gute Bildungspolitik im Sinne der hier gestellten Forderungen stillt durchaus auch „egoistische“ Bedürfnisse. Ist aber auch nur die Sicht eines philosophisch ungebildeten Biologen, der Menschen einfach als sprechende Affen sieht.;)

  7. Vielen Dank für die Zustimmung.

    Mit aller Zurückhaltung möchte ich trotzdem einmal festhalten, dass „der Primat der Wirtschaft“ nicht nur schlecht ist. Effizienz ist nichts schlechtes, genausowenig der Versuch, das Beste aus allem zu machen (Profit). Nur die Überhöhung, die absolute Festschreibung und damit die Apotheiois eines dieser Werte ist das, was zur Katastrophe führt.

    lg Stefan

  8. Ein riesiges Dankeschön an die Kollegen aus Kiel für ihre durch diesen Konvoi so eindrucksvoll zur Schau gestellte Ermutigung und Solidaritätsbekundung! Wir können jede Unterstützung gebrauchen, sei sie geistiger oder materieller Natur. Zudem noch ein großer Dank an alle anderen Unis die im Laufe dieser Fahrt besucht werden – ihr hebt unsere Bewegung auf eine europaweite Ebene, welche und Kraft gibt und uns der Verantwortung bewusst werden lässt, auch für euch weiter die Stellung zu halten.

    Der Hörsaal in Linz wurde zwar wieder freigegeben, jedoch nur um uns neu zu formieren. Das ganze Wochenende über wurde von Wien aus weiter gearbeitet und Montags werden im Plenum die nächsten Schritte besprochen. Wir sind noch voll da und würden uns natürlich auch sehr über einen Besuch von euch freuen :-)!

    sTef, Uni Linz

  9. Uni-Proteste: Bevölkerung kaum interessiert
    Kaum auf Interesse bei der Bevölkerung ist am Freitagnachmittag der von protestierenden Studenten veranstaltete "Tag der offenen Tür" an der Universität Salzburg gestoßen. Es kam fast niemand. Die Studenten wollen dennoch weiter machen.

    Heißt es heute auf ORF at, das stimmt so nicht. Es weiß nur niemand von solchen Aktionen. Selbst ich als Germanistikstudent habe davon nichts mitbekommen. Leute, soetwas gehört unters Volk. Leute am Hauptbahnhof ansprechen, an dne Bushaltestellen, beim Kino vor den Theatern. Flugblätter und Plakate, E-Mails an die studierenden. Facebookrundmails…
    Ihr dringt nicht nach außen durch, liebe Studenten!
    Selbst die, die euch unterstützen wissen nichts von euch. Eine Homepage ist zu wenig, geht hinaus, missioniert im Volke, hängt Plakate in den Studentenheimen (mit Erlaubnis der Heimverwaltung) auf. Aber INFORMIERT die Welt über die Aktionen!!!!!!

  10. WIR SIND INTERNATIONAL, UNSER PROBLEM IST EU-WEIT – BEVOR WIR IM FEBRUAR EIN NATIONALES VOLKSBEGEHREN OHNE SINN STARTEN BITTE EINFACH ANKÜNDIGEN DASS WIR DAS 1.EU-WEITE VOLKSBEGEHREN STARTEN WERDEN!!!

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