Buchpräsentation von Jean Ziegler im Audimax, 24.11., 20 Uhr

Buchpräsentation: „Der Hass auf den Westen“

Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren“

Dienstag, 24. November, 20.00 Uhr

Am Dienstag wird der Schweizer Soziologe, Politiker, Globalisierungskritiker und ehemalige UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung im Audimax sein neues Buch vorstellen. Er ist bekannt als einer der weltweit profiliertesten Kämpfer für Menschenrechte und seit 2009 Mitglied des beratenden Ausschusses des UNO-Menschenrechtsrats.

Jean Ziegler, Bild Nice MassenaMehrmals hat er bereits in Wien Vorträge gehalten und so unter anderem das Rathaus gefüllt. Wir freuen uns sehr, ihn einen Tag vor seiner ausverkauften Buchvorstellung im Volkstheater hier bei uns im Audimax begrüßen zu dürfen!

Buch: Der Hass auf den Westen. Wie sich die armen Völker gegen den wirtschaftlichen Weltkrieg wehren, Bertelsmann, September 2009, ISBN 3570011321

(Weitere Informationen: Wikipedia, Bild: Nice Massena)

Die Solidaritätserklärung von Jean Ziegler an die BesetzerInnen der Universitäten in Wien und Europa:

Die Universität ist eine großartige Anstalt. Sie ist eine Zivilisationserrungenschaft, ein Meilenstein in der Geschichte der Emanzipation der Menschen. Geschaffen wurde sie von der radikalen Revolution von 1848. Heute ist sie eine einsame Insel, ein Freiraum im Dschungel des globalisierten Raubtierkapitalismus.

Sie ist die Waffenschmiede der kritischen Vernunft. Jean-Paul Sartre hat ihre Aufgabe beschrieben: “Den Feind erkennen, den Feind bekämpfen”. Das selbstbestimmte Individuum, die kritische Vernunft sind ein Horror für die Oligarchen der Weltbeherrschenden Tyrannei des globalisierten Finanzkapitals. Konzerne hassen kritische Vernunft. Entfremdung und Funktionalisierung des Menschen, Profitmaximalisierung um jeden erdenklichen Preis sind ihre Vorhaben. Deshalb wollen sie die Universität zu ihren Diensten umfunktionalisieren. Unter anderm und vorallem mit der von hörigen Bürokraten erzwungenen Bologna-Reform.

Das neoliberale Gift verwüstet die Universität. Es muss bekämpt werden. Die gegenwärtige Widerstands- und Aufbruchsbewegung der europäischen Studentinnen und Studenten tut das mit eindrücklichem Mut, analytischer Kompetenz und Energie.

Euch drücke ich meine Bewunderung und totale Solidarität aus.
Jean Ziegler

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15 Gedanken zu „Buchpräsentation von Jean Ziegler im Audimax, 24.11., 20 Uhr

  1. Es gilt durchzuhalten: " Steter Protest höhlt die Politiker"! Ich bin mir sicher, wenn dieser Protest durch kluge Maßnahmen bis ans Ende dieser Legislaturperiode durchgehalten werden kann wird sich erst die Wirkung einstellen. Nichts schlimmer für die Politiker, wenn während ihrer Wahlkampfperiode gestreikt und protestiert wird.
    Ich sehe schon die Plakate der Parteien mit dem Versprechen mehr für Bildung zu tun.

  2. Ich hörte, das Volkstheater hat dem Bildungstag abgesagt, unter der fadenscheinigen Begründung dass es für Jean Ziegler einen ausgedehnten Soundcheck bräuchte. Es würde mich interessieren, ob Jean Ziegler von diesen Bemühungen weiß.

  3. der widerstand gegen einen entmenschlichenden kapitalismus, in dessen ursprünglichem zentrum wir uns hier in europa befinden, ist unabdingbar und bei weitem noch zu schwach, weil unkonkret. und es scheint keinen aktiven, handelnden kampf zu geben und keine träger dessen.ideologen aber zu hauf, wie eh und je.ich möchte nur anmerken, daß herr ziegler hugo chavez als einen held ansieht, der meinung ist, daß es in kuba kein elend sondern allsamt nur glückliche menschen gibt und israel als terrorstaat bezeichnet.paranoider linksfaschismus in der art von attac soll schweigen.

    1. Ich habe Herrn Ziegler auch aufmerksam zugehört und kann deine kritische Anmerkung verstehen. Doch selbst wenn gewisse seiner romantischen Bilder etwa von Kuba oder von Chavez fragwürdig sind, ändert das nichts an der Richtigkeit seiner Feststellung, dass verhungerte Kinder im 21. Jahrhundert im Grunde genommen Mord sind.
      Ich habe den Eindruck, dass die meisten "Audimaxisten" sehr wohl in der Lage sind, kritisch zu urteilen und keine ideologischen Schwarz-Weiß-Maler sind. Das ist auch gut so!

  4. ein nachsatz und gruß an uns: im fetten pelzmantel eingehüllt sitzend mit einem pfund butter auf dem brot vor sich auf dem biedermeiertischen macht es schwer, aufzustehen.aber es sind ja auch immer die anderen schuld … in den alten ausgaben des simplicissimus finden sich sehr treffende bebilderungen einer haltung, die noch nicht überwunden ist.

  5. Ich hätte Jean Ziegler sehr gerne live gehört, da aber das Audimax bereits um 19:45 zum Bersten voll war, bin ich in den C1 geflüchtet. Die Vorführung von Plastic Planet im C1 hat sich etwas verzögert, statt dessen hatten wir die Ereignisse aus dem Audimax auf der Leinwand.
    Etwas verspätet und durch die hervoragende C1 VoKü genährt, gab es dann sowohl den Film, wie auch eine sehr angeregte Diskussion. Alles in allem ein erfolgreicher Abend! 😉

  6. Widerstand____Ich habt Euch substrahiert__Hörsäle besetzt und gesagt:__Ihr seid der Atem__Ihr habt diskutiert und__keine Sprecher gewählt und gesagt:__Ihr seid die Demokratie__Ihr sitzt nun wochenlang__Als UNSER ruhendes Schwarz__Gleich einem großen, träumenden, wilden Koloss__Und stellt euch im hellwachen Protest__der Tatsache der nun schon lang andauernden Restauration__mit Mut entgegen!

  7. Erst Hirn einschalten, Alex. Ich zitiere mal den gloreichen Kurier, wenn´s sogar der verstanden hat:

    In seinem Vortrag schlug der sozialdemokratische Schweizer Politiker den Bogen von den Studentenprotesten zur Globalisierungskritik und betonte, dass die Organisationen des globalisierten Finanzkapitals, die den Planeten beherrschten, "keine kritische Universität dulden können".
    (http://www.kurier.at/nachrichten/1957613.php)

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