Solidaritätserklärung der Sozialwissenschaftlichen Fakultät

Erklärung der StudienprogrammleiterInnen der Sozialwissenschaftlichen Fakultät (Kultur- und Sozialanthropologie, Politikwissenschaft, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Soziologie)

Durch die Proteste der Studierenden ist in Österreich eine längst fällige Diskussion über eine grundlegende Reform der Universitäten und darüber hinaus über die Rolle von Bildung und Ausbildung in Gang gekommen. Es geht hier nicht nur um eine ausreichende Finanzierung der Hohen Schulen, sondern vor allem um eine Diskussion und Reflexion der Inhalte, der Studienarchitektur und um moderne demokratische Formen der Wissensvermittlung und Persönlichkeitsbildung. Die StudienprogrammleiterInnen der Sozialwissenschaftlichen Fakultät erachten es in dieser Situation für sehr wichtig, dass diese Fragen der Bildungsziele und der Bildungsorganisation auch in den Lehrveranstaltungen thematisiert und bearbeitet werden. Es wäre außerordentlich positiv für eine derartige breite Diskussion, wenn die in den Protestaktionen aktiv gewordenen Studierenden in Proseminaren, Seminaren und Vorlesungen ihre Erfahrungen und Vorstellungen weiterhin einbringen könnten und diese empirisch-praktischen Erkenntnisse einer positiven Beurteilung zuträglich wären. Jedenfalls empfehlen die StudienprogrammleiterInnen einen den besonderen Umständen angemessenen flexiblen Umgang der Lehrenden in Bezug auf Anwesenheits-, Leistungserbringung- und Prüfungsvoraussetzungen.

Damit würde auch den vielen engagierten Studierenden, die mit ihrem Protest-Impuls und ihren Initiativen entscheidend dazu beigetragen haben, dass die österreichische Gesellschaft und Politik die Zukunftsfrage einer neuen Gestaltung der Hochschulen nicht mehr länger aufschieben kann, geholfen werden, ihre Lehrveranstaltungen in diesem Semester erfolgreich abzuschließen. Die Form der Leistungserbringung durch das Einbringen von Referaten und schriftlichen Erfahrungsberichten müsste/sollte auf die jeweilige Lehrveranstaltung/Studienrichtung abgestimmt und setzt natürlich die Zustimmung der jeweiligen LehrveranstaltungsleiterInnen voraus.

Ao. Univ.Prof. Werner Zips (Kultur- und Sozialanthropologie)

Univ.Doz. Johann Dvorak (Politikwissenschaft)

Ass.Prof. Klaus Lojka (Publizistik- und Kommunikationswissenschaft)

Ao. Univ.Prof. Christoph Reinprecht (Soziologie)