Solidaritätserklärung der Versammlung der Lehrenden und Studierenden der Romanistik Wien

Die österreichischen Hochschulen sind Entstehungs- und Vermittlungsorte
kultureller Bildung, die in der wissensbasierten Gesellschaft zunehmend an
Bedeutung gewinnen. Eine Hochschulbildung, die internationale Anerkennung
anstrebt, erfordert hohe finanzielle Aufwendungen, ist aber zugleich die beste
und krisensicherste Investition in die Zukunft unseres Landes. Im Rahmen des
Bologna-Prozesses haben wir ein Bachelor- und Mastercurriculum formuliert, das
sich an den Prinzipien der Studierendenmobilität und Berufsrelevanz orientiert.
Vor allem infolge der Unterfinanzierung ist eine zielgemäße Umsetzung dieser
Curricula bisher nicht möglich.Vor diesem Hintergrund und in Solidarität mit den Protesten der Studierenden
und Lehrenden anderer Studienrichtungen, die unter ähnlichen Bedingungen
leiden, fordern wir:
• Ein selbstbestimmtes Studium, das auf Partizipation, Dialog und Kreativität
beruht, und eine selbstbestimmte Forschung, die nicht von
marktwirtschaftlichen Interessen dominiert wird und, in der es Raum für
innovative, forschungsgeleitete Lehre gibt.
• Die Transparenz der universitären Entscheidungs- und
Organisationsstrukturen sowie die gleichberechtigte Mitbestimmung aller
Universitätsangehörigen.
• Die Entprekarisierung der Dienstverhältnisse für Lehrende, AbsolventInnen
und Studierende und das Angebot kontinuierlicher und adäquat bezahlter
Arbeitsverträge.
• Eine ausreichende Finanzierung und Budgettransparenz, die eine zielgerechte
Konzeption und Umsetzung der Studienpläne und angemessene
Rahmenbedingungen ermöglichen.
• Sowohl eine grundsätzliche Diskussion und Reflexion über Folgen und
mögliche Korrekturen des Bologna-Prozesses als auch eine Überarbeitung der
neuen Studienpläne.
• Verstärkte Maßnahmen gegen Diskriminierung aufgrund von Geschlecht,
sexueller Orientierung, Hautfarbe, Alter, Migrationshintergrund,
StaatsbürgerInnenschaft, verschiedenen Sprech- und Lernkulturen etc. an
allen Bildungseinrichtungen.
• Barrierefreies Studieren, Sicherstellung des Behindertengleichstellungsgesetzes.
• Mehr Räumlichkeiten für soziale Interaktion, auch institutsübergreifend.
• Die Konzeption durchschaubarer und leistungsfördernder Anmeldesysteme.
• Freien Bildungszugang.