Bildungsgewerkschaften unterstützen europaweite Bildungsproteste

Höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik: Schülerinnen und Schüler, Studierende und Beschäftigte an Schulen und Hochschulen gemeinsam gegen die Bildungskatastrophe

Bildungsgewerkschaften unterstützen die europaweiten Protestaktionen

Es ist etwas faul in Europa. Schulen, Hochschulen und andere Bildungseinrichtungen sind chronisch unterfinanziert. Während über Nacht Milliarden Euro für die Rettung der Banken mobilisiert werden konnten, tun sich die Regierungen schwer, wenn es um die dringend  erforderlichen Zukunftsinvestitionen in die Bildung geht. Junge Menschen werden durch ungleiche Bildungschancen und fehlende Ausbildungs- und Studienplätze ihrer Zukunftschancen beraubt. Kinder
aus bildungsfernen und einkommensarmen Familien sind an den Hochschulen deutlich unterrepräsentiert. Der Bologna-Prozess hat ein besseres Studium und eine leichtere Mobilität versprochen, seine Umsetzung führt in vielen europäischen Staaten zu Verschlechterungen.

Schulen und Hochschulen werden Markt und Wettbewerb ausgesetzt und zu Bildungs-Unternehmen umstrukturiert. Die Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen im Bildungsbereich werden mehr und mehr flexibilisiert, befristete Beschäftigungsverhältnisse sind im Vormarsch. Darunter leiden die Qualität der Bildung und die Attraktivität der anspruchsvollen Berufe in Bildung und Wissenschaft.

Damit muss endlich Schluss sein. Es ist höchste Zeit für eine Kehrtwende in der Bildungspolitik, die Bildungsarmut bekämpfen, Chancengleichheit herstellen und gute Bildung für alle gewährleisten muss!

Deshalb fordern Bildungsgewerkschaften in ganz Europa:

* eine deutliche Verbesserung der Finanzierung der Bildungseinrichtungen nicht trotz, sondern wegen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise: Investitionen in die Bildungseinrichtungen und in die Zukunftschancen junger Menschen sind das beste Konjunkturprogramm;

* Chancengleichheit für alle jungen Menschen – durch eine gute Schule für alle, die die Auslese der Kinder stoppt und ihre individuelle Förderung gewährleistet, durch eine leistungsfähige Ausbildungsförderung für alle Studierenden sowie die Reduzierung aller Bildungsgebühren von der Kita bis zur Uni mit dem Ziel der Abschaffung;

* einen Kurswechsel bei der Umsetzung des Bologna-Prozess, der die soziale Dimension des europäischen Hochschulraums stärkt, die uneingeschränkte Durchlässigkeit beim Übergang vom Bachelor zum Master gewährleistet, die Mobilität von Studierenden und Hochschulbeschäftigten fördert und die Qualität von Lehre und Studium verbessert;

* Innovation durch Partizipation in Schulen, Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen – durch einen Ausbau der Mitbestimmungsrechte von Beschäftigten sowie von Studierenden, Schülerinnen und Schülern;

* eine Verbesserung der Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen der an den Bildungseinrichtungen Beschäftigten – durch mit den Gewerkschaften ausgehandelte, sozial abgesicherte und angemessen vergütete Beschäftigungsverhältnisse.

Die Qualität der Bildung und die Qualität der Arbeit sind zwei Seiten einer Medaille! Es ist höchste Zeit für eine Protestbewegung, in der Studierende, Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Lehrkräften, Pädagoginnen und Pädagogen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und allen anderen im Bildungsbereich Beschäftigten an einem Strang ziehen, um den Forderungen nach einer Kehrtwende in der Bildungspolitik Nachdruck zu verleihen.

Gemeinsam gegen die Krise – für gute Bildung und gute Arbeit!

Ein Gedanke zu „Bildungsgewerkschaften unterstützen europaweite Bildungsproteste

Kommentare sind geschlossen.