Bezirksvertretung Alsergrund solidarisiert sich

Betrifft: Solidarisierung mit StudentInnen

Der Alsergrund beherbergt drei Universitäten und ist auch als Wohnort zahlreicher StudentInnen von den aktuellen Ereignissen direkt und indirekt betroffen. Die Protestbewegung der Studenten und Studentinnen an der Uni Wien haben einen allgemeinen Forderungskatalog erstellt, der folgendermaßen lautet:

Die Bezirksvertretung Alsergrund spricht sich für inhaltlichen
Anliegen der StudentInnenbewegung aus und unterstützt sie.
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Betrifft: Solidarisierung mit StudentInnen
Der Alsergrund beherbergt drei Universitäten und ist auch als Wohnort
zahlrei-cher StudentInnen von den aktuellen Ereignissen direkt und
indirekt betroffen. Die Protestbewegung der Studenten und Studentinnen
an der Uni Wien haben einen allgemeinen Forderungskatalog erstellt,
der folgendermaßen lautet:

Antidiskriminierung:
Wir fordern antidiskriminatorische Betriebsvereinbarungen und
Anti-Diskrimninierung als Grundkonsens in allen Bildungseinrichtungen.
•       Das so genannte Behindertengleichstellungsgese

tz muss in allen
Institutionen des Bildungswesens umgesetzt werden. Wir fordern
barrierefreies Studieren, Lehren und Lernen. D.h. beispielsweise die
Verfügbarkeit von DolmetscherInnen zur Übersetzung in Gebärdensprache
sowie infrastrukturelle Maßnahmen für Menschen mit besonderen
Bedürfnissen, zB. barrierefreie Räume und Lifte;
•       Wir fordern eine 50-prozentige Frauenquote in allen Arbeitsbereichen
des Bildungswesens auf allen Ebenen;
•       Wir fordern Quoten zur Förderung von MigrantInnen in allen
Arbeitsbereichen des Bildungswesens auf allen Ebenen;
•       Wir fordern Maßnahmen gegen Diskriminierung von LGBTQ-Personen
(lesbian, gay, bisexual, transgender/transsexual, queer) und weiteren
Angehörigen systematisch diskriminierter Gruppen in allen
Arbeitsbereichen des Bildungswesens auf allen Ebenen;
•       Wir fordern gleiches Recht auf Mobilität und Bildung unabhängig von
StaatsbürgerInnenschaft; Z.B.: Keine doppelten Studiengebühren von
Drittstaatsangehörigen sowie die Anerkennung von akademischen Titeln
aller Länder.

Demokratisierung der Universitäten:
Unser Ziel ist die demokratische Organisation der Universitäten. Dazu
gehört eine Demokratisierung der Verwaltung in einer Form, die
ProfessorInnen, Studierende, das wissenschaftliche und
nicht-wissenschaftliche Personal gleichberechtigt an der
Entscheidungsbildung beteiligt.
•       Wir fordern eine demokratische, selbstverwaltete Organisation der
Universitäten.
•       Wir fordern eine gleichberechtigte Einbeziehung aller vier Kurien:
Studierende, Mittelbau, ProfessorInnen und allgemeines
Universitätspersonal.
•       Wir sprechen uns gegen die Dominanz von Rektorat, Unirat und Ministerium aus.
•       Wir bestehen auf der Zusammenlegung des Ministeriums für Unterricht
und Kunst und des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung.
•       Wir fordern die Abschaffung des Universitätsrates.
•       Wir fordern die Beschneidung der Befugnisse des Rektorats bei
gleichzeitiger Aufwertung demokratisch legitimierter Gremien.
•       Wir fordern die Abschaffung von quantifizierenden
Kontrollmechanismen wie Leistungsvereinbarungen und Wissensbilanzen.
•       Wir fordern Budgettransparenz. D.h. die Offenlegung aller
Finanzaktivitäten und die demokratische Mitbestimmung bei der
Budgetverteilung.
•       Wir fordern die Rücknahme der ÖH-Wahlrechtsreform von 2004 und die
Wiedereinführung des direkten Wahlmodus.
•       Selbst-organisierte studentische Räume müssen geschützt und
unterstützt werden. Die derzeitigen Besetzungen zeigen die
Notwendigkeit des Austauschs und der Vernetzung in autonomen Räumen.

Keine Ökonomisierung von Bildung:
•       Wir fordern den freien Hochschulzugang und die Abschaffung
ökonomischer Kriterien für den Zugang zu Bildung, welche den
strukturellen Rassismus und die soziale und ökonomische Ungleichheit
aufrecht erhalten, d.h. die Abschaffung aller Studiengebühren und die
Aufhebung aller weiteren finanziellen Zugangsbarrieren im
Bildungsbereich und zwar unabhängig von StaatsbürgerInnenschaft, Alter
und Dauer des Studiums.
•       Schluss mit Unterfinanzierung, Wettbewerbslogik und Elitenbildung im
Bildungsbereich, d.h. keine Privatisierung und kein Ausverkauf
öffentlicher Einrichtung und Güter.
•       Die Qualität von Bildung und Lehre soll nicht durch
Zugangsbeschränkungen, sondern durch ausreichende Finanzierung im
Bildungssektor gewährleistet werden.
•       Wir fordern die Abschaffung prekärer Dienstverhältnisse im
Bildungsbereich sowie in der gesamten Arbeitswelt. D.h. keine
a-typischen Beschäftigungsverhältnisse wie freie Dienstverträge,
zeitlich befristete Verträge, Werkverträge etc. Die systematische
Prekarisierung von Lehrenden und Forschenden hat Vereinzelung,
Verunsicherung, Demotivierung und Konkurrenzdenken zur Folge.
•       Wir fordern die Ausfinanzierung aller Bildungseinrichtungen.
•       Wir fordern die Finanzierung von Forschung und Lehre in einem
Ausmaß, das die Beschaffung von Drittmittel nicht notwendig macht.
•       Wir reklamieren das Streikrecht für StudentInnen und SchülerInnen.

Selbstbestimmtes Studieren:
•       Abschaffung des Selektionsinstruments der Studieneingangsphasen
(STEPs) inklusive ihrer Knock-Out-Prüfungen.
•       Schluss mit den Voraussetzungsketten.
•       Freie Wahlfächer statt Erweiterungscurricula.
•       Abschaffung der intransparenten Anmeldesysteme.
•       Abschaffung der Deadlines für Sozialförderungen.
•       Die Beendigung des angefangenen Diplomstudiums muss gewährleistet
sein. Dazu bedarf es eines entsprechenden Lehrangebots und fixer
Äquivalenzlisten sowie der Aufhebung der bestehenden Übergangsfristen.
•       Aufrechterhaltung aller bestehenden Diplomstudiengänge.
•       Gewährleistung der Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen und
Abschlüssen im In- und Ausland.
•       Freie Zugänge zu allen Studiengängen.
Außerdem sprechen wir uns aus:
•       Gegen die Einführung der Zentralmatura.
•       Gegen ein autoritäres Beurteilungssystem in Schulen – Sitzenbleiben
abschaffen.

Geschichtliche Aufarbeitung:
•       Wir fordern die Erhaltung, die Förderung und den Ausbau kritischer
und emanzipatorischer Forschung und Lehre.
•       Wir verlangen die Restitution aller im Zuge der Shoa geraubten
Güter, die sich in „Besitz“ der Universitäten sowie anderer
staatlicher Einrichtungen befinden.
•       Wir bestehen auf der geschichtspolitischen Auseinandersetzung, mit
der Teilhabe der Wissenschaft und ihrer Institutionen, an
Kolonialismus, Faschismus und Nationalsozialismus.

Die Bezirksvertretung Alsergrund spricht sich für inhaltlichen
Anliegen der StudentInnenbewegung aus und unterstützt sie.
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