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Resolution der Betriebsversammlung des wissenschaftlichen Personals bzgl. angedrohter Räumung der Aula durch das Rektorat

„Die Universitätsproteste seit vergangenem Herbst haben sehr deutlich
das Bedürfnis der Studierenden gezeigt, unsere Universität aktiv
mitzugestalten. Diese Bereitschaft, sich einzubringen, eigene
Initiativen zu setzen und sich selbstorganisiert Bildung und Wissen zu
erarbeiten, sollte als eine Chance begriffen werden. Eine lebendige
Universität kann nur davon profitieren, wenn sich Studierende nicht als
passive KonsumentInnen von Wissen, sondern als aktive und
verantwortliche Teilhabende an der Gesamtheit von Lehre und Forschung
begreifen.

Eine solche Teilhabe benötigt Räume und Ressourcen, wo sie sich
entfalten kann. Sie benötigt Räume, wo Studierende eigene Seminare oder
Lesekreise organisieren können, Räume, wo selbständig Wissen erarbeitet
und von denen aus dieses Wissen in Praxis umgesetzt werden kann, Räume,
wo Studierende auch während und außerhalb der Kurszeiten verweilen und
einander begegnen können, ohne einem Konsumzwang ausgesetzt zu sein.

Solche Räume sind auf unserer Universität kaum vorhanden. Viele
Institute haben keinerlei Räumlichkeiten für ihre Studierenden, andere
nur kleine Kämmerchen oder Durchgangszimmer. Der Universitätscampus ist
voller kommerzieller Lokale; von Studierenden selbstorganisierte Räume
und Verweilmöglichkeiten gibt es (außer den Büros der Hochschülerschaft)
keine. Umso erfreulicher war es, dass die Universitätsleitung den
Studierenden die Aula in der Folge der Universitätsproteste als
selbstverwalteten Raum zur Verfügung gestellt hat. Mit Bedauern müssen
wir nun feststellen, dass diese von den Studierenden nun wieder
abgegeben werden soll.

Wir sollten uns die Frage stellen, ob es wünschenswert ist, wenn unsere
Studierenden nur zu ihren Kursen auf die Universität kommen, um danach
wieder nachhause zu gehen. Als Lehrende und Forschende der Universität
Wien sind wir überzeugt davon, dass es im Gegenteil eine Bereicherung
wäre, wenn Studierende die notwendigen (räumlichen) Ressourcen und
Möglichkeiten hätten, um sich aktiv einzubringen und so die Universität
auch als ihren eigenen Raum erleben zu können.

Wir fordern dazu auf, nicht nur die Aula dauerhaft als selbstverwalteten
Raum zur Verfügung zu stellen, sondern auch dazu, weitere solche
Räumlichkeiten, wie sie an anderen Universitäten üblich sind, für die
über 85.000 Studierenden der Universität Wien zu schaffen. Dies wäre für
eine lebendige Universität wünschenswert und ein Zeichen dafür, dass
Studierende als integraler Bestandteil der Universität ernst genommen
und geschätzt werden.

Wir fordern ebenso genügend Räume für MitarbeiterInnen der Universität
Wien, insbesondere für LektorInnen und Drittmittelangestellte.“

Räumung des Augartenspitz

Seit gestern wird der Augartenspitz von Securities und der Polizei geräumt. Noch immer verharren einige AktivistInnen auf den Bäumen.
Die Räumung bedeutet eine weitere Beschneidung des öffentlichen Raumes und ist demokratiepolitisch mehr als fragwürdig. Die „Augartenspitzler“ geben nicht auf: Bereits gestern fand eine Demonstration statt; am Donnerstag werden sie auf der Großdemo mit einem eigenen gut sichtbaren Block vertreten sein.

Zeigen wir uns solidarisch mit unseren KollegInnen aus dem Augarten, die uns bis jetzt immer so stark unterstützt haben!

Bilder von der Räumung auf WienTV

Südwind solidarisch mit Studierenden

Solidaritätserklärung Südwind mit Studierenden

Südwind erklärt sich mit den aktuellen Protesten der Studierenden solidarisch.

Südwind unterstützt die Forderungen der Studierenden. Insbesondere die Forderungen der Studierenden und Lehrenden der Internationalen Entwicklung nach Anerkennung als Institut und sinnvolle Ausstattung mit Ressourcen sind aus entwicklungspolitischer Sicht besonders wichtig.

Südwind fordert die VertreterInnen von Universitätsleitung und -politik auf in einen echten und konstruktiven Dialog zu treten und die Umsetzung der Forderungen auf den Weg zu bringen.


Solidaritätserklärung Südwind mit KriSU

Weiters unterstützt Südwind die Bestrebungen für eine Kritische und Solidarische Universität (KriSU) und die gleichnamige Petition und erklärt sich mit diesen solidarisch.

KriSU zielt auf die lebendige Verbindung von Forschung, Lehre und Praxis, nach den Grundsätzen von Selbstverwaltung, Feminismus und Anti-Diskriminierung. Sie will einen nicht-kommerziellen, emanzipatorischen Raum in Unabhängigkeit vom Staat schaffen. Die KriSU will eine offene Universität für alle sein, ob mit oder ohne Matura und gemeinsam mit verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen Wissen für eine Alternative zum Kapitalismus, die aus der aktuellen Krise führt, produzieren. Sie arbeitet für eine Solidarische Ökonomie, die auf Kooperation, Selbstverwaltung und Gemeinwesenorientierung beruht.

Die KriSU begleitet eine Welle der Solidarität. Paul Singer, Staatssekretär für Solidarische Ökonomie in Brasilien und Träger des Großen Ehrenzeichens der Republik Österreich, erklärt: „Es ist das erste Projekt einer wirklich demokratischen, offenen, solidarischen Universität. Ich hoffe sie gedeiht und wird ein Beispiel für alle, die eine andere Erziehung in einer viel gerechteren Gesellschaft wollen.“
Schön langsam nehmen die Bildungs-Proteste wieder Fahrt auf: Gestern wurde die Universität Augsburg von Studierenden besetzt.

Artikel dazu: Universität Augsburg: Studenten fordern Rücktritt der Uni-Leitung

Solidaritätserklärung an die niederländischen KollegInnen

Solidarity from Vienna with student protests in the Netherlands!

We, the unsereuni/unibrennt movement at the University of Vienna, have been following the events at Dutch universities and send our solidarity and greetings to the movements and occupations at the universities of Utrecht, Amsterdam, Rotterdam und Nijmegen!

We invite you to join our protest against the Bologna Conference on March 11 and 12, 2010, where the education ministers of 46 European countries will celebrate the 10-year-anniversary of the Bologna-process in Vienna and Budapest. Considering the current situation and the ongoing protests in many European Universities this celebration is a mockery for all of us.

Therefore the week from 8 to 12 March 2010 shall accompany this conference with demonstrations, strikes and blockades as well as an alternative summit, where we are going to discuss European education policy, as well as the common goals of our protests.

Don’t let it get you down! Keep on „bezetten“!

Studentenprotest Utrecht

Europa grüßt Wien – Solidarische Grüße aus vielen Universitäten Europas

Am Wochenende erreichten uns solidarische Grüße aus Augsburg, Bayreuth, Regensburg, Ulm, Bochum, der FU Berlin, Lüneburg, Rom, Neapel, Paris, Marseille, London, Bratislava und Budapest.

Die Wiener Studierenden dürften nicht aufgeben und müssten den gemeinsamen Kampf gegen die untragbaren Zustände an und außerhalb der Universitäten mit derselben Energie weiterführen, mit der sie ihn begonnen haben, so der Tenor der Grußbotschaften.
Wichtig sei es jetzt, den Protest in eine neue Phase der übernationalen Kooperation zu überführen. Denn nur mit vereinten Kräften sei es möglich, die Ziele der europäischen Bildungsbewegung zu realisieren.

Wir grüßen zurück und laden ein, am 11. März 2010 nach Wien zu kommen, und den Bolognagipfel zu unserem Gipfel zu machen!

AG Sommer*

* Die AG Sommer wurde am Südgipfel am 05./06. Januar 2010 in Trier gegründet. Sie beschäftigt sich mit der übernationalen Koordination der Bewegung bis zum Beginn des Sommers. Zuletzt beteiligte sie sich an der Großdemo in München.

(ge)

Räumungen, Soliaktionen, verhinderte Räumungen…

Aufgrund der Räumung des Audimax am 21.12.2009 und der damit verbundenen organisatorischen und infrastrukturellen Hürden sind leider einige Meldungen und Informationen aus anderen besetzten Universitäten untergegangen.

Soliaktionen im In- und Ausland gegen die Räumung des Audimax

Als Reaktion auf die Räumung des Wiener Audimax in den Morgenstunden des 21.12.2009 haben in zahlreichen Städten Solidaritätskundgebungen und -aktionen stattgefunden. Uns haben auch eine Vielzahl an Unterstützungs- und Solidaritätsemails erreicht. Die BesetzerInnen anderer Universitäten haben gegen die polizeiliche Räumung in Wien protestiert und uns BesetzerInnen gegenüber ihre Solidarität bekräftigt. Wir schätzen eure Unterstützung sehr und bedanken uns herzlichst! Wir machen natürlich weiter!

Räumung der Akademie der Bildenden Künste verhindert

Am Heiligen Abend konnte die Räumung der Akademie der Bildenden Künste verhindert werden. Der Rektor der Akademie kannte keinen Weihnachtsfrieden und wollte die Akademie am Weihnachtsabend polizeilich räumen lassen – ein skandalöses Vorgehen! Viva Fake-Presseaussendung am Nachmittag und einem Live-Stream in den Abendstunden durch das Doku Team lenkten die BesetzerInnen der Akademie die mediale Aufmerksamkeit auf die drohende Räumung. Trotz Weihnachten unterstützten dutzende Studierende die Akademie. Schlussendlich konnte die drohende Räumung abgewendet werden und die bereits angerückte Polizei zog wieder ab. Ein Erfolg für die Akademie und den Studierendenprotest!

Räumungen in Deutschland

Solidarität mit Bochum In Deutschland sind diese Woche wie in Wien mehrere besetzte Hörsäale zum Teil polizeilich auf Anordnung der jeweiligen Rektorate geräumt worden. Den Anfang machte am 22.12.2009 die Universität Augsburg, wo die BesetzerInnen nach einer Einigung mit dem Rektorat den besetzen Hörsaal von sich aus räumten. Ganz anders verlief es leider an den Universitäten Bochum und Hamburg. In den Morgenstunden des 22.12.2009 hat eine Hundertschaft von PolizistInnen das Audimax der Ruhr-Universität Bochum geräumt. Tags darauf am 23.12.2009 ist wiederum in den Morgenstunden der besetze Hörsaal der Universität Hamburg polizeilich geräumt worden. Laut Information der Hamburger KollegInnen ist gegen alle geräumten Studierenden Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet worden und sogar ein Student verletzt worden!

Solitransparent Bochum

Die BesetzerInnen der Universität Wien protestieren gegen die polizeilichen Räumungen und bekräftigen ihre Solidarität mit den BesetzerInnen in Deutschland! Als Zeichen der Solidarität fanden in Wien Soliaktionen statt; weitere Aktionen sind in den nächsten Tagen angedacht.

weiterführende Informationen:
Hamburger Audimax geräumt

Audimax der Ruhr-Uni Bochum geräumt


KollegInnen

"Audimax ist überall!"

Innsbrucker Unibrennt-Bewegung protestiert gegen Audimax-Räumung
Presseaussendung 21.12.2009

 Soli Aktion Innsbruck

Die Nachricht über die polizeiliche Räumung des Audimax der Universität Wien heute Montag um 6:45 erreichte innerhalb weniger Minuten auch die Innsbrucker Unibrennt-Bewegung und löste dort Bestürzung und Unverständnis aus. Dass gerade nach der sehr positiven Entwicklung der letzten Wochen, hin zu einvernehmlichen Einigungen zwischen Universitätsleitungen und Studierenden an vielen besetzen Universitäten, ein solcher Schritt gesetzt wird, zeugt nicht gerade von Dialogbereitschaft. Im Vergleich dazu setzte die Universitätsleitung in Innsbruck – auch in Sicherheitsfragen – stets auf Kooperation, was jetzt nach dem Auszug aus dem SoWiMax auch auf eine intensivierte gemeinsame Arbeit hoffen lässt. So ist es unsere Überzeugung, dass Universitätsleitung und Besetzer_innen in dieser Bewegung keine Gegner, sondern – im Kampf für ein vernünftiges Hochschulsystem – ganz klar Verbündete sind.

 Soli Aktion Innsbruck

Begleitend zu einem aktionistischen Theaters in der Rathaus-Galerie („Mandarinenzeit oder das geheime Leben des Andreas Hofer“ – Theater der Aggressionen) stellten die Studierenden in Innsbruck ihren Protest gegen die Räumung in Wien unter das Motto „Audimax ist überall“. Dies soll verdeutlichen, dass die Bewegung weiterhin zusammenhält und auch auf einer Universität ohne besetzen Hörsaal aktiv weiterarbeitet. Unser erklärtes Ziel ist es, 2010 nicht mehr nur auf Universitätsebene, sondern – wie in Deutschland bereits geschehen – auch auf politischer Ebene etwas zu bewegen, um Österreich die Universitäten als wahre Bildungsstätten zurückzugeben.

Arbeitsgruppe Presse und Öffentlichkeitsarbeit des SoWiMax
in Innsbruck
Pressehandy: +43 (0)699 13044869

SPÖ-Oberösterreich erklärt sich solidarisch mit Studierenden

5.11.09 | LR Kepplinger: „ Bundesregierung ist nun aufgefordert, zu handeln!“

Anlässlich des heutigen Bildungs-Aktionstages erklärt SPOÖ-Wissenschaftssprecher LR Dr. Hermann Kepplinger: „Wir unterstützen vollinhaltlich die Anliegen der Studierenden, die am heutigen bundesweiten Protesttag vertreten werden! Jede Investition in die Bildungs-Infrastruktur bringt als langfristigen Effekt ein höheres wirtschaftliches, gesellschaftliches und kulturelles Niveau. Darauf können und werden wir nicht verzichten! Das haben bereits viele erkannt, nun ist die Bundesregierung gefordert, zu handeln!“

Für Kepplinger steht fest, dass mit den Bildungsprotesten der letzten Wochen der aktuelle Wissenschaftsminister Dr. Johannes Hahn die Rechnung der Gehrerschen Unbildungsreformen präsentiert bekommt: „Die heutigen Studierenden sind teilweise seit ihrer Pflichtschulzeit mit finanziellem Mangel, Perspektiven- und Chancenlosigkeit sowie Fehlplanung im Bildungssystem konfrontiert. Man könnte fast sagen: Die Gehrer rupft den Hahn! Nur die Konsequenzen tragen SchülerInnen, StudentInnen, LehrerInnen und ProfessorInnen. Die Forderungen der Studierenden sind vernünftig, plausibel und notwendig. Jeder der sich auf den Unis und Akademien des Landes umsieht erkennt den Mangel.“

Vollwertige Universitäten in Oberösterreich

„Für Oberösterreich fordern wir weiters, dass Linz zu einem vollwertigen Uni-Standort mit Medizin-Uni und geisteswissenschaftlicher Fakultät ausgebaut wird. Es braucht eindeutig mehr und bessere Angebote, Studienplätze und –richtungen. Damit verbunden ist eine dezidierte Absage an Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren. Das Problem der vielen EU-Studierenden, hauptsächlich aus Deutschland, muss auf europäischer Ebene so gelöst werden, dass den heimischen Studierenden keine Nachteile erwachsen. Wer eine Matura oder vergleichbare berufliche Erfahrungen mitbringt, muss studieren dürfen!“ steht für LR Kepplinger unverrückbar fest.

Bezirksvertretung Alsergrund solidarisiert sich

Betrifft: Solidarisierung mit StudentInnen

Der Alsergrund beherbergt drei Universitäten und ist auch als Wohnort zahlreicher StudentInnen von den aktuellen Ereignissen direkt und indirekt betroffen. Die Protestbewegung der Studenten und Studentinnen an der Uni Wien haben einen allgemeinen Forderungskatalog erstellt, der folgendermaßen lautet:

Die Bezirksvertretung Alsergrund spricht sich für inhaltlichen
Anliegen der StudentInnenbewegung aus und unterstützt sie.
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Betrifft: Solidarisierung mit StudentInnen
Der Alsergrund beherbergt drei Universitäten und ist auch als Wohnort
zahlrei-cher StudentInnen von den aktuellen Ereignissen direkt und
indirekt betroffen. Die Protestbewegung der Studenten und Studentinnen
an der Uni Wien haben einen allgemeinen Forderungskatalog erstellt,
der folgendermaßen lautet:

Antidiskriminierung:
Wir fordern antidiskriminatorische Betriebsvereinbarungen und
Anti-Diskrimninierung als Grundkonsens in allen Bildungseinrichtungen.
•       Das so genannte Behindertengleichstellungsgese

tz muss in allen
Institutionen des Bildungswesens umgesetzt werden. Wir fordern
barrierefreies Studieren, Lehren und Lernen. D.h. beispielsweise die
Verfügbarkeit von DolmetscherInnen zur Übersetzung in Gebärdensprache
sowie infrastrukturelle Maßnahmen für Menschen mit besonderen
Bedürfnissen, zB. barrierefreie Räume und Lifte;
•       Wir fordern eine 50-prozentige Frauenquote in allen Arbeitsbereichen
des Bildungswesens auf allen Ebenen;
•       Wir fordern Quoten zur Förderung von MigrantInnen in allen
Arbeitsbereichen des Bildungswesens auf allen Ebenen;
•       Wir fordern Maßnahmen gegen Diskriminierung von LGBTQ-Personen
(lesbian, gay, bisexual, transgender/transsexual, queer) und weiteren
Angehörigen systematisch diskriminierter Gruppen in allen
Arbeitsbereichen des Bildungswesens auf allen Ebenen;
•       Wir fordern gleiches Recht auf Mobilität und Bildung unabhängig von
StaatsbürgerInnenschaft; Z.B.: Keine doppelten Studiengebühren von
Drittstaatsangehörigen sowie die Anerkennung von akademischen Titeln
aller Länder.

Demokratisierung der Universitäten:
Unser Ziel ist die demokratische Organisation der Universitäten. Dazu
gehört eine Demokratisierung der Verwaltung in einer Form, die
ProfessorInnen, Studierende, das wissenschaftliche und
nicht-wissenschaftliche Personal gleichberechtigt an der
Entscheidungsbildung beteiligt.
•       Wir fordern eine demokratische, selbstverwaltete Organisation der
Universitäten.
•       Wir fordern eine gleichberechtigte Einbeziehung aller vier Kurien:
Studierende, Mittelbau, ProfessorInnen und allgemeines
Universitätspersonal.
•       Wir sprechen uns gegen die Dominanz von Rektorat, Unirat und Ministerium aus.
•       Wir bestehen auf der Zusammenlegung des Ministeriums für Unterricht
und Kunst und des Ministeriums für Wissenschaft und Forschung.
•       Wir fordern die Abschaffung des Universitätsrates.
•       Wir fordern die Beschneidung der Befugnisse des Rektorats bei
gleichzeitiger Aufwertung demokratisch legitimierter Gremien.
•       Wir fordern die Abschaffung von quantifizierenden
Kontrollmechanismen wie Leistungsvereinbarungen und Wissensbilanzen.
•       Wir fordern Budgettransparenz. D.h. die Offenlegung aller
Finanzaktivitäten und die demokratische Mitbestimmung bei der
Budgetverteilung.
•       Wir fordern die Rücknahme der ÖH-Wahlrechtsreform von 2004 und die
Wiedereinführung des direkten Wahlmodus.
•       Selbst-organisierte studentische Räume müssen geschützt und
unterstützt werden. Die derzeitigen Besetzungen zeigen die
Notwendigkeit des Austauschs und der Vernetzung in autonomen Räumen.

Keine Ökonomisierung von Bildung:
•       Wir fordern den freien Hochschulzugang und die Abschaffung
ökonomischer Kriterien für den Zugang zu Bildung, welche den
strukturellen Rassismus und die soziale und ökonomische Ungleichheit
aufrecht erhalten, d.h. die Abschaffung aller Studiengebühren und die
Aufhebung aller weiteren finanziellen Zugangsbarrieren im
Bildungsbereich und zwar unabhängig von StaatsbürgerInnenschaft, Alter
und Dauer des Studiums.
•       Schluss mit Unterfinanzierung, Wettbewerbslogik und Elitenbildung im
Bildungsbereich, d.h. keine Privatisierung und kein Ausverkauf
öffentlicher Einrichtung und Güter.
•       Die Qualität von Bildung und Lehre soll nicht durch
Zugangsbeschränkungen, sondern durch ausreichende Finanzierung im
Bildungssektor gewährleistet werden.
•       Wir fordern die Abschaffung prekärer Dienstverhältnisse im
Bildungsbereich sowie in der gesamten Arbeitswelt. D.h. keine
a-typischen Beschäftigungsverhältnisse wie freie Dienstverträge,
zeitlich befristete Verträge, Werkverträge etc. Die systematische
Prekarisierung von Lehrenden und Forschenden hat Vereinzelung,
Verunsicherung, Demotivierung und Konkurrenzdenken zur Folge.
•       Wir fordern die Ausfinanzierung aller Bildungseinrichtungen.
•       Wir fordern die Finanzierung von Forschung und Lehre in einem
Ausmaß, das die Beschaffung von Drittmittel nicht notwendig macht.
•       Wir reklamieren das Streikrecht für StudentInnen und SchülerInnen.

Selbstbestimmtes Studieren:
•       Abschaffung des Selektionsinstruments der Studieneingangsphasen
(STEPs) inklusive ihrer Knock-Out-Prüfungen.
•       Schluss mit den Voraussetzungsketten.
•       Freie Wahlfächer statt Erweiterungscurricula.
•       Abschaffung der intransparenten Anmeldesysteme.
•       Abschaffung der Deadlines für Sozialförderungen.
•       Die Beendigung des angefangenen Diplomstudiums muss gewährleistet
sein. Dazu bedarf es eines entsprechenden Lehrangebots und fixer
Äquivalenzlisten sowie der Aufhebung der bestehenden Übergangsfristen.
•       Aufrechterhaltung aller bestehenden Diplomstudiengänge.
•       Gewährleistung der Anrechenbarkeit von Lehrveranstaltungen und
Abschlüssen im In- und Ausland.
•       Freie Zugänge zu allen Studiengängen.
Außerdem sprechen wir uns aus:
•       Gegen die Einführung der Zentralmatura.
•       Gegen ein autoritäres Beurteilungssystem in Schulen – Sitzenbleiben
abschaffen.

Geschichtliche Aufarbeitung:
•       Wir fordern die Erhaltung, die Förderung und den Ausbau kritischer
und emanzipatorischer Forschung und Lehre.
•       Wir verlangen die Restitution aller im Zuge der Shoa geraubten
Güter, die sich in „Besitz“ der Universitäten sowie anderer
staatlicher Einrichtungen befinden.
•       Wir bestehen auf der geschichtspolitischen Auseinandersetzung, mit
der Teilhabe der Wissenschaft und ihrer Institutionen, an
Kolonialismus, Faschismus und Nationalsozialismus.

Die Bezirksvertretung Alsergrund spricht sich für inhaltlichen
Anliegen der StudentInnenbewegung aus und unterstützt sie.
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Solidarität der JungwissenschafterInnen-Vertretung der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie

Solidaritätserklärung

Wir, die Vertretung der JungwissenschafterInnen in der Österreichischen Gesellschaft für Psychologie wollen mit diesem Schreiben unsere Solidarität mit der Bewegung von Studierenden und Universitätsangehörigen in ganz Österreich ausdrücken.

Wir begrüßen die durch die Proteste entstandene, aber längst überfällige Bildungsdiskussion!